Magnum Legendarium Austriacum

Das Magnum Legendarium Austriacum (MLA), die größte hagiographische Sammlung in Europa um 1200, veranschaulicht mit ihren über 530 Texten das intensive mittelalterliche Interesse an den Leben der Heiligen. Die passiones der Märtyrer und vitae der Bekenner bilden den Großteil der Sammlung, die aber auch andere hagiographische Texttypen, z. B. visiones, sermones und translationes enthält. Das Großlegendar wurde im späten 12. Jahrhundert zusammengestellt, mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Kloster innerhalb der Grenzen der damaligen Herzogtümer Österreich und Steiermark. Die Sammlung der in lateinischer Sprache abgefassten Lebensbeschreibungen von Heiligen beiderlei Geschlechts aus jeder Zeitepoche und aus fast allen Räumen, in denen das Christentum eine Rolle spielte, bietet das Abbild einer universellen christlichen Gemeinschaft. Durch die Einschließung von Personen von lokaler Relevanz aus Österreich und dem süddeutschen Raum wird die örtliche Kirchengeschichte in diesen allumfassenden Rahmen eingebettet.

Diese Webseite entstand im Rahmen des vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in Österreich geförderten SFB “Visions of Community (VISCOM): Comparative Approaches to Ethnicity, Region and Empire in Christianity, Islam and Buddhism (400-1600 CE)” (FWF F42: Projektsprecher: Walter Pohl, ÖAW/Universität Wien). Erforscht wird das MLA im Rahmen des Forschungsschwerpunkts "Hagiography and monastic networks", innerhalb des Projekt- Teils “Social and Cultural Communities across Medieval Monastic, Urban, and Courtly Cultures in High and Late Medieval Central Europe” (Leiterin: Christina Lutter, Universität Wien).

Eine umfassende Übersicht über den Forschungsstand zum MLA ist dem folgenden Aufsatz zu entnehmen: Diarmuid Ó Riain, The Magnum Legendarium Austriacum: a new investigation of one of medieval Europe's richest hagiographical collections, in: Analecta Bollandiana 133 (2015), 87-165.